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Multifokale Kontaktlinsen

Multifokale Kontaktlinsen gibt es in weicher und formstabiler Variante. Sie kombinieren das Nah- und Fernsehen, ersetzen eine Gleitsichtbrille oder eine Lesebrille mit normalen Kontaktlinsen. Multifokale Kontaktlinsen sind also Mehrstärkenlinsen. Sie ermöglichen scharfes Sehen von Objekten, die weit entfernt und sehr nahe sind. Zwei Sorten von multifokalen Kontaktlinsen gibt es: Im ersten Fall liegt der kreisrunde Fernteil im Zentrum der Linse und der Nahteil im äußeren Ring der Linse. Im zweiten Fall funktioniert das Nah- und Fernsehen wie bei einer Gleitsichtbrille, in einem stufenlosen Übergang. Der große Vorteil multifokaler Kontaktlinsen: man kann auf Lese-Brillen verzichten, da die Lesebrillen-Funktion quasi eingebaut ist.

Die Krankenkassen handhaben die Finanzierung von multifokalen Kontaktlinsen sehr unterschiedlich. Die privaten Krankenkassen zahlen ggf. einen Zuschuss, wenn im Vertrag derartiges vereinbart wurde. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen unter bestimmten Bedingungen Zuschüsse für multifokale Kontaktlinsen. Ein Festbetrag zu den Kosten wird für Patienten gezahlt, die unter 18 Jahre alt sind. Für Versicherte über 18 Jahre gelten bestimmte medizinische Indikationen: Kurzsichtigkeit ab -8 Dioptrien oder Weitsichtigkeit ab +8 Dioptrien, eine unregelmäßig verkrümmte Hornhaut, wenn sich das Sehen um 20 Prozent mit Multifokallinsen im Vergleich zum Tragen einer Brille verbessert. Bestimmte Augenerkrankungen oder Fehlentwicklungen des Auges wie Keratokonus (kegelförmige Verkrümmung der Hornhaut), Aphakie (Linsenlosigkeit) oder Astigmatismus (Stabsichtigkeit).

Multifokale Kontaktlinsen liefern ein kontrastreiches Bild, aber die Anpassungs- und Eingewöhnungszeit kann bis zu 6 Monaten dauern. Das Fern- und Nahsehen funktionieren sehr gut, aber die Zwischendistanzen bereiten einige Schwierigkeiten. Multifokallinsen schwimmen auf der Tränenflüssigkeit. Medikamente, die die Produktion und Zusammensetzung von Tränenflüssigkeit beeinflussen oder deren Abbau über die Ausscheidung von Tränenflüssigkeit erfolgt, erschweren das Tragen von Multifokalallinsen. Das betrifft zum Beispiel Antibiotika, Beta-Blocker, Antidepressiva und antiallergische Medikamente (Histaminika).